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Junge Kinder entdecken Mathematik im Spiel und Experiment

2010-06-08: Unsere WM: An einem Tag bis zum Finale!

Überall findet man jetzt die Spielpläne der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft. Aber wie funktionieren die eigentlich? Was passiert da? Wir haben es ausprobiert - und ein spannendes Finale erlebt!


Auch wenn die Spielpläne simpel erscheinen: Nicht jedem Kind ist klar, was da wirklich passiert. Also wollten wir das, was in den nächsten Wochen die Gespräche bestimmen wird, etwas fassbarer machen. Nur die Sportart mussten wir austauschen: Unser Turnier drehte sich um 'Kreuze und Ringe' oder auch 'Fünf in einer Reihe'. Das kennen die Kinder schon gut, es geht schnell, ist spannend und funktioniert auch ohne unmittelbare Aufsicht. Aber bevor es ans Spielen ging, mussten wir noch festlegen, wer für welches Land antreten soll.

Das Ausloseverfahren produzierte immer Proteste, weil einzelne Kinder mit dem zugelosten Land unzufrieden waren. Bei freier Auswahl ist der Streit noch größer. Wir druckten uns von der wunderbaren Webseite LL-Web - Fußball die Flaggen der Teilnehmer zweimal aus. So hatten wir ein einfaches Memory, und genau nach diesen Regeln wurden die Länder zugeordnet: Jeder deckt reihum zwei der verdeckt ausgelegten Fahnen auf, und wenn das Pärchen passt, hat er sein Land gefunden. Ansonsten ist der nächste dran. Dadurch konnten einige Kinder auch ganz gezielt auf "ihr" Land hinarbeiten. Aus den Papierfahnen wurden mit einem Schaschlik-Spieß und etwas Knete Tischfahnen gebaut, so dass auf den Tischen die Flaggen der gerade spielenden Nationen standen.

Dann ging es in die Vorrunden. Das war schon ganz schön kompliziert: Die Kinder mussten sich merken, für welches Land sie antraten, den sich füllenden Plan verfolgen, jeweils den richtigen Spielpartner finden, Ergebnisse melden, ... - zeitweilig herrschte im Raum ein ziemliches Durcheinander.

WM-Plan Der Spielplan wurde zusätzlich an der Tafel mitgeführt.

Gespielt wurden jeweils drei Partien Kreuze und Ringe, und all die Diskussionen, die demnächst die Mittagstische beherrschen werden, erlebten wir auch hier: Ein starker Spieler wurde von einer überraschenden Newcomerin rausgeworfen, manche übersahen in der Aufregung einfachste Gewinnmöglichkeiten, in einer Vorrundengruppe tummelten sich drei starke Spieler, eine Spielerin hatte Losglück (wir hatten weniger Kinder als Mannschaften, und so kam sie recht leicht über die Vorrunde hinweg).

Schließlich kamen wir zu den Finalkämpfen. Am Vormittag des Tages fand das Schulsportfest statt - wir setzten den sportlichen Tag mathematischer fort: Und am Nachmittag standen Kinder im Halbfinale, die am Vormittag nicht auf dem Siegertreppchen gestanden hatten.

Das Spiel um Platz 3 und das Finale wurden an der Tafel ausgetragen. Im Finale lieferten sich zwei Mädchen ein spannendes Duell, umringt von den Kindern unseres Kurses. Es war toll, wie sie trotz des großen Publikums, konzentriert und klug spielten. Schließlich war es geschafft, der Sieg klar, großer Jubel brach aus: Bei uns hatte Südkorea gewonnen!


© R. Sontag, H. Geisler, 08.06.2010